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Was könnten wir von den Indianern lernen?

Vorwort: Wir leben in einer Gesellschaft, in der es einfacher erscheint, Erdöl zu fördern, dieses Erdöl zu Plastikgeschirr zu verarbeiten, dieses dann ein Mal zu benutzen und es anschließend wegzuwerfen, anstatt den Aufwand zu betreiben, unser übliches Geschirr nach dem Gebrauch abzuwaschen. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der aufstrebende Teil der Welt Stück für Stück von den Lebenswegen der Naturvölker abgewandt. Die Abhängigkeit von der Natur kann im Leben eines Stadtmenschen schnell vergessen werden. Der Bezug zu den Lebensmitteln, welche in Massen in unseren Einkaufshallen liegen kann nur mit einem hohen Maß an Phantasie hergestellt werden. In einer globalisierten Welt, in der wir bei einem Einkauf ein indirektes Geschäft mit etwa 30 verschiedenen Ländern machen können, spielen die natürlichen Umstände aus denen die Ware entspringt keine großartige Rolle mehr.

 

Auch heute gibt es jedoch noch Völker, welche das Naturverständnis aufrecht erhalten haben, und ihr Leben nach diesem ausrichten. Die Yanomami Indianer leben beispielsweise in einem Reservoir welches etwa die doppelte Größe der Schweiz einnimmt. Nur selten kommen sie in den Kontakt mit der modernen Welt und leben somit weitestgehend ein Leben was sich an den Ressourcen der Natur ausrichtet. Die Ernährung ihrer Stämme erfolgt ohne den Import von diversen Nahrungsmitteln oder Zutaten. Auf einem Feld werden bis zu 60 verschiedene Pflanzenarten angepflanzt, welche somit einen hohen Anteil zur Ernährung beitragen. Da der Boden in den indigenen Gebieten nicht sehr fruchtbar ist, sind die Stämme gezwungen ihr Revier in gewissen Zeitabständen zu verschieben um neue Flächen mittels Brandrodung für den Ackerbau zu gewinnen. Mit Hilfe dieser Technik, sorgen die Eingeborenen dafür, dass sich der Boden an bereits bepflanzten Stellen wieder regenerieren kann und somit für eine spätere Bebauung bereitstehen würde. Anders als in der heutigen Landwirtschaft, werden keinerlei Chemikalien zur Schädlingsbekämpfung angewandt, was den Boden zwar regenerierbar macht, jedoch auch den Befall von Schädlingen ermöglicht und somit den Erntebetrag gefährdet. Daher ist es für die Yanomami-Indianer unerlässlich die Jagd als zweite Nahrungsquelle zu nutzen. Um genug Beute für den Stamm zu ergattern, ist es oft nötig, Tage lang durch den Regenwald zu streifen, da es keine großen Tiervorkommen gibt. Dadurch dass die Stämme über die Jahre sehr große Strecken zurücklegen bei der Suche nach geeigneten Siedlungsplätzen, ist das Tierreich ebenfalls in der Lage die eigenen Bestände zu regenerieren und somit bleibt es eine stabile Nahrungsquelle.

Auch hier finden sich natürlich Parallelen zur heutigen Gesellschaft. Auch wenn wir heute keine Stämme mehr bilden, wird auch bei uns noch Wild gejagt. Um diese Bestände jedoch auf Dauer nicht zu gefährden oder auszulöschen wurden im Laufe der Jahre Regulierungsinstitutionen gebildet, welche sich um die Bestände kümmern und somit die Jagd erlauben oder verbieten. Anders verhält sich der moderne Mensch beim Umgang mit anderen Ressourcen, wie zum Beispiel Bodenschätzen. Ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken, beanspruchen die Entdeckerländer die erspähten seltenen Erden, Metalle oder gar Erdölvorkommen für sich. Binnen kürzester Zeit wird die Struktur dieser Gegenden verändert, um die Vorkommen günstig und schnell abzubauen. Darüber, dass sich diese Schätze teilweise gar nicht, oder auch nur sehr langsam regenerieren wird nicht nachgedacht. Die Ausbeutung unseres Planeten ist kein Tabu mehr. Aus einem Artikel über das Naturverständnis der Indianer geht hervor, dass diese Habgier dort nicht existiert. Anders als der moderne Mensch, betrachten die Stämme die Natur als Leihgabe, nicht etwa als Selbstverständlichkeit. Gejagt wird, um sich zu ernähren, Ressourcen nimmt man, soviel man wirklich braucht. Die Natur stellt also die Grundlage allen Lebens da und wird dementsprechend auch schonend behandelt und nur soweit beansprucht wie es tatsächlich von Nöten ist. Das Verhältnis von den Menschen zu der Natur steht in direkter Verbindung mit dem Verhältnis von den Tieren zur Natur. Jede Veränderung, die Auswirkungen auf eines dieser Glieder hat, wird sich auch auf den Menschen auswirken. Somit ist der Mensch nur ein kleiner Teil der als lebendig betrachteten Natur. Einen enormen Unterschied macht ebenfalls die Sichtweise auf die eigene Gattung.

In der heutigen Zeit steht für die meisten Kulturen fest, dass der Mensch sowohl für den Sieger der Evolution als auch für den Herrscher über die Natur steht. Somit ist es für uns schwer, den Gedanken der Vergänglichkeit zu akzeptieren. Anders als bei den Indianern wird die menschliche Spezies als weit überlegen betrachtet und somit scheint es auch legitim, dass uns die größten Güter und die wertvollsten Schätze zustehen, ohne die Natur danach zu fragen. Aus einer weiteren Quelle geht hervor, welches Verhältnis Indianer zu dem Land haben, auf dem sie leben. Im Jahre 1855 bekam ein Indianerstamm in den USA das Angebot unterbreitet, ihr Land für viel Geld an weiße Siedler zu verkaufen um fortan in einem Reservoir zu leben. Ein Häuptling („Seattle“) erklärte hierbei das Paradoxon, dass er nicht verstehe, wie er für etwas bezahlt werden solle, was ihm nicht gehöre. Er konnte nicht verstehen, dass das Land für die  weißen Siedler ein Besitztum darstelle. Weiterhin bemängelte er das Interesse der Weißen an dem Land, da es sich sowieso nur um die Bodenschätze und Naturgüter drehen würde. Er könnte nicht verstehen, dass die Weißen sich als getrennt von der Natur betrachteten. Ein ideeller Wert sei für die Weißen nicht von Bedeutung.

Wenn man sich die heutige Weltwirtschaft ansieht, erkennt man nach wie vor viele Wahrheiten in den Gedanken des Mannes. Wenn der Westen Interesse an einem anderen Land hat, dann vorwiegend auf Grund seiner natürlichen Gegebenheiten. Nicht umsonst finden sich Länder ohne Relevante Finanzmittel oder Bodenschätze heute am Ende unserer Wirtschaftskette wieder. Länder, die zwar über Ressourcen verfügen, aber nicht über die nötigen Mittel zum Abbau selbiger, werden oft von reichen Ländern in Abhängigkeiten getrieben.

 

Anhand dieser verschiedenen Aspekte lassen sich diverse Einstellungen erkennen, über die sich der moderne Mensch mehr Gedanken machen sollte. Auch wenn die Indianer ebenfalls Krieg geführt haben und andere Stämme angegriffen haben, gab es bei ihnen eine große Gemeinsamkeit, denn die Natur stand über Allem. Der Mensch von Heute muss lernen, die Natur nicht als gegeben zu betrachten, er muss verstehen, dass die Regeneration der Schlüssel zu einer Nachhaltigen Versorgung ist. Wenn die Habgier weiterhin dazu führt, dass über Schätze, welche über Jahrmillionen gewachsen sind, binnen weniger Jahre abgebaut werden, dann wird die Menschheit in nicht allzu ferner Zeit ein böses Erwachen haben. Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht zwingend eine Einkaufshalle brauchen, in der Nahrung für über 10 000 Menschen steht. Der Mensch muss lernen, seine verfügbaren Güter zu teilen und diese sinnvoll zu verwenden, um mögliche Missstände auf lange Sicht zu vermeiden. Der Grund und Boden dieser Erde sollte nicht nur von reichen Firmenvorständen genutzt werden dürfen, sondern auch denen zur Verfügung stehen, welche keine sechs stelligen Beträge auf ihrem Konto haben. Solange die Habgier und der Wachstumszwang unsere kapitalistische Wirtschaft kontrollieren, wird der Diebstahl an der Erde kein Ende nehmen.

Trotz aller Vorzüge der Indianer darf man nicht vergessen, dass wir ohne unsere Habgier und andere fragwürdige Eigenschaften, nicht da wären wo wir heute sind. Jede Form von Wissenschaft kann nur dort existieren, wo Menschen die Möglichkeit haben, sich mit ihr zu befassen. Somit ist der Wohlstand der westlichen Länder (leider) auch ein Schlüssel zur technischen und wissenschaftlichen Fortentwicklung, da nicht jeder Mensch Zeit in Jagd oder Ernte investieren muss.

Doch solange wir nicht begreifen, dass jeder Eingriff in die Natur auch einen Eingriff in unser Leben bedeutet, ganz gleich ob heute oder morgen, wird uns auch die fortschrittlichste Technik der Welt nicht helfen können.

 

Zusammenfassend würde ich sagen, dass sich der moderne Mensch in bestimmten Bereichen mehr an den Naturvorstellungen der Indianerstämme orientieren sollte. Denn auch wenn viele Mysterien der Natur heut zu Tage aufgeklärt sind, müssen wir uns eingestehen, dass wir die Folgen der menschlichen Eingriffe nur erahnen können.

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